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Montessori-Kinderhaus St. Marien im Kloster Helfta



Mitte Juli 2007 wurde der Bau des Kinderhauses und die Gestaltung des Außengeländes abgeschlossen. Mit Hilfe des Bonifatiuswerke und vieler großer und kleiner Spender – denen wir von Herzen dankbar sind - konnte es in kurzer Zeit errichtet werden. Mit den Kindern der früheren Institution im Dorf sind wir bereits Ende Juli umgezogen. Damit die Kinder den Umzug wirklich erleben, haben sie in ihrem Rucksäckchen oder Täschchen ihre persönlichen Dinge eingepackt und sich auf den Weg durch das Dorf gemacht. Eine Mutter und ihr Sohn gingen mit Trommeln voraus und die Kinder folgten mit großer Disziplin und hatten es eilig, in ihr „neues Haus" zu kommen, das sie von außen schon gesehen haben. Es war so, als könnten sie nicht erwarten, dorthin zu kommen. Vor dem neu errichteten Montessori-Kinderhaus erwarteten uns Frau Äbtissin M. Assumpta mit einigen ' Schwestern zum Willkommen. Als endlich die Eingangstür sich öffnete, nahmen die Kinder das „Haus und den Spielplatz in Besitz" mit großer Freude und Begeisterung. Nur Kinderaugen können so strahlen! Da waren die Mühen und Anstrengungen von Verhandlungen, Planen und alle Mühen „entlohnt". Ab 01. August kamen schon die Neuzugänge und die Gruppen bildeten sich mehr und mehr. Am 11. September 07 wurde das Haus von unserem Bischof Dr. Gerhard Feige feierlich eingeweiht. Umrahmt von Beiträgen der Kinder und jungen Musikern aus der Pfarrei St. Gertrud wurde es frohes Fest.



Ein eigenartiges Zusammentreffen zeigt der Blick in die Geschichte der Montessori - Pädagogik. 1907 eröffnete die Ärztin Maria Montessori im römischen Stadtteil San Lorenzo ihr erstes Kinderhaus. Das war zur damaligen Zeit eine Revolution im pädagogischen Bereich. Genau 100 Jahre später konnten wir das erste Montessori-Kinderhaus im Landkreis Mansfeld Südharz in Kloster Helfta eröffnen. Maria Montessori, eine engagierte Medizinerin im Fachgebiet Psychiatrie, widmete sich in ihrer Forschungsarbeit geistig zurückgebliebenen Kindern. Mit Erstaunen stellte sie fest, dass sinnliche Erfahrungen wie das Ertasten von Formen und Buchstaben, das Begreifen und Lernen_ fördern. Die junge Ärztin war überzeugt, dass dieser Weg eine Alternative zum üblichen Einpauken sein könnte. In einem Problemviertel der Stadt Rom begann sie 1907 mit ihrer Arbeit. Heute ist Maria Montessoris pädagogisches Konzept weltweit bekannt Das Montessori-Kinderhaus St. Marien hat eine Kapazität für 35 Kinder im Alter ab 3 Jahren bis Schuleintritt und weitere 15 Plätze für Kinder bis 3 Jahre. Davon sind 4 Plätze reserviert für Entwicklungsverzögerte oder behinderte Kinder. Lehen ist immer Entwicklung. Entfaltung von Begabungen und Beziehungen in vielerlei Hinsicht. Kennzeichnend für ein Kind ist, dass es sich die Welt in agierender Weise be-greift und stets Neues entdeckt, ohne dass ein Erwachsener es belehren muss. Die Pädagogin wird als Begleiterin und Animatorin gesehen. Die Umgebung des Kindes gilt es so zu gestalten, dass sie das Kind zum Wahrnehmen und Handeln motiviert und zu eigenen Entscheidungen einlädt. Bei den „Übungen des täglichen Lebens" wie Schnürsenkel binden, die Jacke zuknöpfen oder das Getränk eingießen, den Tisch decken und anschließend auch spülen lernt das Kind wichtige Fähigkeiten und den sorgsamen Umgang mit den Dingen. So ist ein Kernsatz dieser Pädagogik „hilf mir. es selbst zu tun!" Eine „gut gestaltete Umgebung" hat eine nicht zu unterschätzende Wirkung auf das Kind und die Erziehung. Sie beeinflusst den Geschmack und den Sinn für Ästhetik. Sie vermittelt dem Kind - unabhängig vom Alter – das Gefühl, willkommen zu sein. Der Montessori-Pädagogik geht es um eine ganzheitliche Bildung des Kindes, ihres Charakters und deren Persönlichkeit. In unserem Montessori-Kinderhaus St. Marien sind alle Plätze belegt. Es ist von der Bevölkerung angenommen.

www.montessori-vereinigung.de


Bonifatiuswerk der Deutschen Katholiken
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Kontakt Kloster Helfta: pforte@kloster-helfta.de