Gebetswache des Freiburger Männerwerks

Gebete sind Gespräche zu Gott und mit Gott. Sie verlangen dem Betenden viel ab, besonders wenn er versucht, eigene Gedanken zu formulieren. Doch nur dann sind sie echt, kommen von Herzen, sind persönlich und bodenständig. Die Formulierungen brauchen keinen Schliff, denn Gott versteht uns. Er steckt in uns, kennt unsere Gedanken, bevor wir sie aussprechen. Aber es ist wichtig, sie auszusprechen, damit uns die Kraft wächst, die Dinge, um die wir bitten wollen, umsetzen zu helfen. So ist das Gebet auch Hilfe zur Selbsthilfe. Beten verändert.

2016: Kein alter Zopf

Die berühmte Behauptung des Archimedes von Syrakus hat die Menschen schon früh fasziniert. Archimedes vertrat die Meinung, dass er mit einem festen Punkt außerhalb der Erde und einem extrem langen Hebel die Erde versetzen könne. Innerhalb der Erde kann das ja nicht funktionieren, denn gemäß Newtonschem Axiom würden sich die bei diesem Versuch wirkenden Kräfte gegenseitig aufheben, da jede Kraft eine gleichgroße Gegenkraft erzeugt. Nun gibt es in den Erzählungen des Barons von Münchhausen das Gegenbeispiel dazu, wo sich der Baron, an seinem eigenen Zopf ziehend, selbst samt seinem Pferd aus einem Sumpf rettet. Führt man diese beiden Beispiele zusammen, so ergibt sich der denkbare Fall, dass man sich mit einem Bezugspunkt außerhalb der Erde aus einem Sumpf, sprich einer ausweglosen Situation, retten kann. Mir scheint das Gebet diese Zugkraft zu sein. Der fixe Platz außenhalb meiner körperlichen Sphäre ist Gott, der Ort das Himmelreich, und die Verbindung zu ihm ist das Gebet. Mittels dieses Gebetsfadens kann ich mich befreien, die Schwerkraft aufheben, den rationalen Naturwissenschaften zum Trotz. Nicht umsonst sprechen wir von der Kraft des Gebets. Diese Kraft, die in der mit Gott verbindenden Eigenschaft des Gebets entsteht, muss von beiden Seiten gehalten werden. Die eine Seite ist klar, denn bei Gott ist kein Ding unmöglich, sagt man. Daher liegt es an uns, unseren Teil der Gottesverbindung zu pflegen. Die Netzpflege, wie man heute sagen würde, ist eine Daueraufgabe. Der Faden darf nicht abreißen, die Verbindungselemente dürfen nicht verrosten oder verrotten. Das Verhältnis zu Gott muss geschmeidig sein, sonst ist es nicht dauerhaft angelegt. Die Pflege darf auch nicht erst begonnen werden, wenn sich schon Alterungserscheinungen zeigen. Man braucht viel Kraft für eine anständige Gottesansprache. Die Gebetsübungen in den Orden sind daher wie geistliche Liegestütze. Und es gibt sogar noch Hilfspersonal in unserem Gebetsbemühen: die Heiligen und vor allem Maria. Sie alle können an meiner Seite des Seils mitziehen. Eine Woche Gebet in einem beeindruckenden Rahmen wie dem Kloster Helfta kann dazu der eigenen Stärkung dienen. Die Gemeinschaft von 20 Männern aus dem Erzbistum Freiburg hat wieder einmal - zum 7. Mal - diese Gebetswoche durchgeführt, ihre Teilnahme ist in diesen Jahren von treuer Kontinuität gekennzeichnet. Auch zum 7. Mal führte der Leiter des Männerwerks, Ehrenpräses G.R. Robert Henrich, die Gruppe an. Tägliche Gottesdienste und Teilhabe an den Stundengebeten der Schwestern von Helfta vertieften die Tage im Kloster. Die herbstlich schöne Stimmung in der Parkanlage des Klosters trug ein Übriges zur harmonischen Atmosphäre bei. Hartmut Lehmann, Helfta 2016

Männer bei der Anbetung

2015: Zurück aus Helfta

Zum 6. Mal seit 2010 füllten die Gebete der Männer des Männerwerks Freiburg die Anbetungskapelle des Klosters Helfta. Eine Woche lang, vom 27.9. – 3.10. waren sie rund um die Uhr auf Sendung und Empfang zu Gott, zu den Heiligen, speziell Maria, für alles Mögliche: Familie, Frieden, Gerechtigkeit, … die Listen sind lang, die sich die Beter vorgenommen hatten. Der langjährige Präses des Männerwerks der Erzdiözese Freiburg, Robert Henrich, jetzt Ehrenpräses, begleitete sie und erinnerte daran, dass wahres Beten zu Gott vom Herzen kommt, und so ist es entscheidend, das Herz zu öffnen, ohne viele Worte, mit Gebeten, Liedern und Texten von berühmten “Vorbetern“. Merken tut man, ob man mit dem Herzen dabei ist, wenn es einem warm ums Herz wird. Bei Tag, in der Licht durchfluteten Anbetungskapelle, und bei den Nachtschichten im geheimnisvollen Dunkel der flackernden Kerzen waren Andacht und Hingabe der Männer leicht gemacht für ein Gelingen eines guten Gesprächs über seine Anliegen. Das Kloster bot sich mit der gewohnten Gastfreundschaft der Beterschar und das herbstlich schöne Wetter mit seinen farbenfrohen Bäumen im Klostergarten tat ein Übriges für das seelische Wohlbefinden auch außerhalb der Anbetungszeiten. Wie die dortige Stille Stimmung und Bewusstsein allmählich beeinflusst, merkt man erst, wenn man danach wieder in die rastlose Welt zurückkehrt, in das laute und oberflächliche Heute. Es waren wieder fast 20 Männer, die sich die Zeit genommen hatten, auch Teilnehmer anderer Diözesen waren vertreten, nur nicht Magdeburg, hier ist die Botschaft noch nicht angekommen. Im nächsten Jahr wird es vom 8. Bis 15. Oktober 2016 ein weiteres Helfta geben. Hartmut Lehmann

2014: Fünfmal Gebetswache in Helfta

Zum fünften Mal trafen sich 20 Männer des Männerwerks Freiburg für eine Woche zur Gebetswache im Kloster Helfta. Sie kamen aus dem gesamten badischen Raum, vom Bodensee bis Heidelberg, diesmal auch noch ein Hürdenlauf im Rahmen des bestreikten Zugverkehrs. Der Klosterkomplex der Zisterzienserinnen in einem Vorort Eislebens in Sachsen-Anhalt hat etwas Geheimnisvoll-Spirituelles, das die rechte Stimmung für einen Gebetsmarathon bietet. Selbst die Schwestern von Helfta empfinden ihr Kloster als einen gesegneten Ort. Hier hat es mit und nach der Klosterneugründung 1998 schon einige vorher nicht für denkbar und auch nicht für möglich gehaltene wunderbare Geschehnisse gegeben, der Ort strahlt eine spürbare Mystik aus. So sind denn auch die vielen Stunden des Gebets leicht mit erbauenden Gebetsinhalten zu füllen gewesen. Dazwischen fanden Gespräche und Diskussionen mit Präses Henrich, Leiter des Männerwerks der Erzdiözese Freiburg, statt, die zeigten, wie die Versenkung ins tägliche Gebet die Sinne für andere religiöse Themen schärft.

Gruppenfoto der Männer der Gebetswache

2013: Vierte Gebetswache in Helfta

Spirituelle Tankstelle im Zisterzienserinnenkloster Helfta! Wieder zog es Ende September 2013, 20 Männer der Erzdiözese Freiburg an die Wirkungsstätte der drei großen Mystikerinnen des Mittelalters, Mechthild von Hakeborn, Mechthild von Magdeburg und Gertrud von Helfta. Was können sie uns heutigen Menschen bieten? Das göttliche Geheimnis erschließt sich den modernen Menschen und seiner gewöhnlich unterentwickelten Spiritualität nur mit dem Einlassen auf die Gedanken, die vor allem die Mystik uns schenken kann. Der Vertiefung in das Gebet liegt der Glaube an einen realen Gott zugrunde. Das Gebet bleibt ohne das Bewusstsein einer göttlichen Mystik nur eine oberflächliche Bittstellerei gegenüber einem Gottesbegriff. Der tägliche Rhythmus des Betens und der Vorbereitung auf die Stunde vor dem Allerheiligsten sind hilfreich, haben sie doch etwas Mönchisches und zwingen alle Sinne, sich auf die Begegnung mit dem persönlichen Gott im Gebet vorzubereiten. Die Anwesenheit des geistlichen Leiters des Männerwerks, Diözesanpräses Robert Henrich, rundete die Tage ab, denn gemeinsame Gottesdienste und anregende Vorträge werteten die Gebetswache zur Gebetsgemeinschaft auf. Das Kloster ist ein liebenswürdiger Ort der ungestörten Begegnung geworden, weil auch der Orden seine Hausgäste im guten Geist wahrnimmt. So ist auch schon wieder die nächste Gebetswache vom 11. bis 18. Oktober 2014 im Kloster Helfta festgelegt. Hartmut Lehmann

2012: Dritte Gebetswache der Männer in Helfta

Seit 3 Jahren kommen Männer aus der Erzdiözese Freiburg für je eine Woche ins Kloster Helfta. Sie halten Anbetung vor dem Allerheiligsten. Sie beten in den Anliegen von Kirche und Welt und verstehen ihre Gebetswache als stellvertretendes Beten in einen Land, in dem viele nicht mehr beten. Das Katholische Männerwerk der Erzdiözese Freiburg pflegt diese Gebetswache schon fast 66 Jahre auf dem Lindenberg bei St. Peter/Schwarzwald – rund um die Uhr.   Warum nun kommen die Männer nach Helfta? Dafür gibt es verschiedene gute Gründe. Das Kloster Helfta war im Mittelalter für die Christenheit ein höchst bedeutsamer Ort. Hier lebte Gertrud die Große, Mechthild von Hakeborn und Mechthild von Magdeburg. Hier fand die Frauenmystik ihren Ort. Wenig bekannt, aber um so bemerkenswerter ist die Tatsache, dass Helfta “der erste Herz-Jesu-Offenbarungsort der Weltkirche” ist. Gertrud von Helfta gilt, in der Geschichte als die “Prophetin des Herzens Jesu”. Die Christusverehrung im Zeichen des Herzen geht auf Gertrud von Helfta und Mechthild von Hakeborn zurück.” (so zu lesen bei Herrn Pfarrer Hochenauer)   Den Männer aus der Diözese Freiburg ist es ein Anliegen, dass die eucharistische Anbetung in Helfta zu einer guten Tradition wird. Die neue Gertrudkapelle im Kloster Helfta ist als “Kapelle der Anbetung” gedacht. Wir hörten davon und haben uns einladen lassen. Wir erlebten das Kloster als “mystischen Ort”. Die Schwestern haben uns herzlich aufgenommen und alles getan, um unser Vorhaben zu begleiten. DieTage waren geprägt von der Atmosphäre des Klosters. Die Männer waren dankbar für diese geistlichen Tage mit Gesprächsrunden, Spaziergängen oder einfach kameradschaftlichen Zusammensein. All das schenkte uns Motivation für das Gebet in der Kapelle (jeweils 2 oder 3 Mann). Wir haben uns entschlossen, im kommenden Jahr wieder in Helfta zu sein.   Unser Wunsch, unser Anliegen: Wer möchte sich unserer Gruppe anschließen? Wir werden vom 22.09. – 28.09.2013 als Männergruppe in Helfta sein. Es wäre schön, wenn auch andere deutsche Diözesen solche Gebetsgruppen bilden könnten – Männer – Frauen – gemischte Gruppen. Helfta ist aus Ruinen entstanden. Das wurde möglich. Es gibt aber in der Welt geistige, geistliche und religiöse “Ruinen”. Die zu beseitigen ist vielleicht schwieriger. Man ist an ein Wort von Reinhold Schneider erinnert. “Allein dem Betern wird es noch gelingen ….”

Gerne geben wir Ihnen weitere Auskunft.

Robert Henrich, Diözesanpräses des Männerwerkes Freiburg, Tel.: 076335207

Roland Tischmeyer, Oberdorfstr. 13, 68794 Oberhaus.-Rheinhausen, Tel.: 07254-3453 r.tischmeyer@web.de

Präses Robert Henrich

Abschlussandacht

Aufgenommen - Gott spricht durch die Zeichen der Zeit

Neues Zuhause für Menschen, die vertrieben wurden

Gott spricht durch die Zeichen der Zeit – auch zu uns. Im Herrenhaus sind inzwischen gut 50 Flüchtlinge, die meisten von ihnen aus Syrien, darunter über 20 Kinder.

In diesen adventlichen Tagen drängt sich uns immer wieder die Kindheitsgeschichte der Evangelien auf: Maria, hochschwanger, mit Josef von Nazareth nach Betlehem unterwegs. Nirgends finden sie Unterkunft, schließlich einen Stall in Betlehem als Bleibe… Unter unseren Flüchtlingen ist ein junges syrisches Ehepaar, die ihre Heimat verließen, nachdem die Bomben alles zerstört hatten. Hochschwanger die Frau, entbindet auf dem Weg in der Türkei, schafft die weite Strecke bis nach Deutschland. Säugling und Mutter erschöpft und unterernährt. Das katholische Krankenhaus in Halle hilft und so geht es inzwischen beiden gut und sie sind so dankbar…Advent und Weihnachten sind in diesem Jahr so anders für uns…

Lebendiges Labyrinth in Helfta

Das Lebendige Labyrinth der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Kloster St. Marien zu Helfta hat eine Weglänge von 350 Metern und führt in sieben Umgängen zur Mitte. Im März 2004 wurde mit dem ersten Bauabschnitt begonnen. Stück um Stück ist es gewachsen und von vielen Menschen besucht worden. Mit der feierlichen Enthüllung einer Informationstafel durch die Schirmfrau des Projektes Magdalena Bogner konnte das Lebendige Labyrinth am 16. Juni 2007 im Rahmen der Frauenwallfahrt des Bistums Magdeburg eingeweiht werden.

Weiterführende Informationen zum Lebendigen Labyrinth finden Sie auf der Homepage des Labyrinths.

Impression des Lebendigen Labyrinthes

Das Labyrinth

aus der Perspektive der Künstlerin

Mit der Fertigstellung des Lebendigen Labyrinths am 16. Juni 2007 ist für mich eine Vision von einem skulptural empfundenen Raumkonzept – von der Idee bis zur Vollendung – wahr geworden: Ich habe den, mir zur Verfügung stehenden, Raum im Klostergarten in einen atmosphärischen Ort der Begegnung verwandelt. Das empfinde ich nicht nur für das Kloster Helfta und die kfd als bedeutsames Ereignis, sondern es ist auch ein wichtiger Meilenstein innerhalb meines künstlerischen Schaffens.

Kunstprojekte dieses Ausmaßes gelingen nur, wenn andere mit an die Vision glauben und tatkräftig mit daran arbeiten. An dieser Stelle bedanke ich mich ganz herzlich bei Dr. Hildegund Keul, Barbara Striegel, Magdalena Bogner –ohne sie hätte diese Vision nie realisiert werden können.

Das ganze Labyrinth selbst ist eine große, duftende, farbige und sich verändernde Plastik. Das Zentrale Wesen des Labyrinthes sind jedoch die „Leibräume“ - jene floral-skulpturalen Figuren, die aus Weidenstecklingen geflochten wurden, in denen sich wuchernde Natur und Künstlichkeit vereinen. Hier ergibt sich für den Besucher die einzigartige Möglichkeit der Begegnung mit dem „Anderssein“ der Natur und gleichzeitig mit dem eigenen Leib, mit sich selbst.

Das Labyrinth mit seinen „Leibräumen“ und der Bepflanzung betrachte ich nicht als eine Fortsetzung der Tradition herrschaftlicher Gärten, die ein Denkmal für die vollkommene Beherrschung der Natur darstellen. Vielmehr sehe ich in meiner Arbeit einen Spielraum zwischen dem Naturschönen und dem Schönen der Künste, das auch das Hässliche und Destruktive ins Spiel bringen kann. So wechseln hier Leben und Vergehen, wird Gegenwart im Hinblick auf Vergangenes belebt und weist in eine unbekannte Zukunft hinaus…

Mein Wunsch für dieses lebendige Kunstwerk ist, dass die Besucher dessen spirituelle Dimension spüren und erfahren, dass es eine wachsende Brücke zwischen Kunst und Religion wird. Das Labyrinth soll zu einem Ort der Begegnung zwischen weltlichem und christlichem Glauben werden: Menschen aus dem Bereich der Kunst können mit dem christlichen Glauben in Berührung kommen und Gläubige einen Zugang zur zeitgenössischen Kunst finden.

Birgit Cauer

Jubiläum

Unser Weg hat sich gelohnt

  Der 10-jährige Geburtstag des Lebendigen Labyrinths war 70 Frauen Anlass genug, sich erneut auf den Weg nach Helfta zu machen. Eingeladen hatte die Trägergemeinschaft. Und das kfd-Netzwerk Ost nutzte diesen Anlass zu seinem 3. Basistreffen. Die Sprecherin der Trägergemeinschaft, Barbara Striegel begrüßte die Gäste aus Nah und Fern, unter anderen die Priorin des Klosters in Helfta M. Agnes Fabianek und einige Schwestern des Konvents, Magdalena Bogner, die Schirmfrau des Labyrinths und frühere kfd-Bundesvorsitzende, Pater Dominik Kitta, kfd-Bundespräses, Hildegund Keul, Initiatorin des Labyrinthes und Leiterin der Arbeitsstelle Frauenseelsorge der DBK, Birgit Cauer, Bildende Künstlerin und ehemals verantwortlich für die Bauleitung des Labyrinths, sowie Vertreterinnen aus zahlreichen kfd-Diözesanverbänden.   Geschenke und Höhepunkte gab es viele. Eine Ausstellung: “Der Weg ist gefügt.” mit Labyrinth-Bildern der Leipziger Grafikerin Angelika Pohler wurde eröffnet. Diese ist noch bis zum 15. Januar 2015 im Foyer des Hotels “Kloster Helfta” zu sehen. Eine Andacht im Lebendigen Labyrinth “Und Gott sah, dass es schön war…” unter der Leitung von Christa Mertens, Geistlich-Theologische Begleiterin des kfd-Diözesanverbands Paderborn, war Geschenk desselbigen. Der Innsbrucker Autor und Labyrinthbauer Gernot Candolini fügte sich mit einem Festvortrag “Das Labyrinth - Lebendiges Kulturgut und spirituelle Kraftquelle” in die Reihe der Schenkenden ein.   Der Festgottesdienst am Sonntag in der Klosterkirche mit einer Dialogpredigt zwischen Bischof em. Leo Nowak und der Geistlich-Theologischen Leiterin des kfd- Diözesanverbands Magdeburg Patricia Erben-Grütz bildeten den Schlusspunkt dieses bewegenden Wochenendes. Zum Abschied hieß es in einem Lied, vorgetragen von Astrid Herrmann und ihrer Band “Wir sind nicht umsonst gekommen, unser Weg hat sich gelohnt….”

Maria Faber

Während des Jubiläumsgottesdienstes am Labyrinth

Heilige Orte

Ein Gedicht, passend zum Labyrinth in Helfta: 

Es gibt Orte,

 die ziehen Menschen an,

die strahlen etwas Besonderes aus,

die schenken neue Kraft.

An diesen Orten

berühren sich Himmel und Erde

und Gottes Liebe

bündelt sich

wie in einem Brennglas

und macht diese Orte hell.

Die Menschen spüren dort

 seine Gegenwart

und ihr Gebet steigt empor

und findet sich wieder

im Spiegel seiner Liebe.

So beginnen diese Orte zu leuchten.

Sie berühren die Herzen der Menschen

und Segen strömt von dort

hinaus in die Welt.

  Bernadette Muckelbauer

Besuchen Sie das Labyrinth und erleben Sie seine Wirkung selbst!

Labyrinth

Der Stein - ein Projekt der Frauenseelsorge

Der STEIN in Helfta erinnert an die drei Frauen des Markus-Evangeliums (Mk 16,1-8), die am frühen Ostermorgen zum Grab Jesu aufgebrochen sind. Sie haben als Erste die Botschaft der Auferstehung empfangen. Der STEIN in Helfta ist den Rollsteinen nachgebildet, die zur Zeit Jesu Gräber verschlossen. Von Ostern 2000 bis Ostern 2001 war dieser STEIN auf Initiative der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der DBK und von Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Frauenseelsorge an 30 Stationen in Deutschland unterwegs. »Wer wird den Stein wegrollen?« Mit diesem Ruf nach befreiender Erfahrung bewegt die Frauenseelsorge Stein-Erfahrungen von Frauen, die sich der Auferstehung öffnen.

Am Ostermontag, 16. April 2001, erreichte der STEIN seinen bleibenden Standort im Kloster Helfta. Ein ökumenisches Frauenfest nahm ihn dort in Empfang. Der Muschelkalk-STEIN kommt aus einem Steinbruch bei Betlehem, ist etwa 800 kg schwer und 1,40 m Ø hoch.

Evangelium nach Markus, Kapitel 16,1-8:

Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben. Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging. Sie sagten zueinander: Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen? Doch als sie hinblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war sehr groß. Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr. Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte. Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat. Da verließen sie das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemand etwas davon; denn sie fürchteten sich.«

Der Stein im Kloster St. Marien zu Helfta

Der Stein, vom Grab Jesu weggerollt, war den Frauen des Osterevangeliums ein Zeichen der Auferstehung und des Lebens. Deswegen wird der Stein, der durch 30 deutsche Orte von Nord nach Süd, von West nach Ost gewandert ist, nach seiner Reise auch nicht beiseite geschafft. Vielmehr soll er stehen bleiben, sichtbar und berührbar. Er erinnert daran, dass auch unverrückbar erscheinende Steine bewegt werden können. Auch künftig ist er eine Herausforderung, sich mit »Steinen« auseinanderzusetzen, die Frauen im persönlichen Leben, in Gesellschaft und Kirche erleben. Warum der Stein in Helfta seinen bleibenden Standort fand:

  1. das Kloster Helfta ist traditionell ein Ort der Spiritualität von Frauen. Im 13. Jahrhundert haben hier die drei Mystikerinnen Mechthild von Magdeburg, Mechthild von Hackeborn und Gertrud die Große gelebt und ihre Werke verfasst.
  2. gerade wegen dieser gemeinsamen Tradition der Mystik ist der Stein in Helfta eine Herausforderung zur ökumenischen Zusammenarbeit.
  3. Helfta ist ein Ort in den östlichen Bundesländern, wo sich Kirche in einem säkularen Umfeld zu bewähren hat. Deswegen steht der Stein auch für den Fall der Mauer und die Verständigung von Ost und West. Mehr noch: Er steht für den notwendigen Dialog zwischen Nord und Süd und für das Ringen um Frieden über Grenzen von Ländern, Kulturen und Religionen hinweg.

Kontakt:

Frauenseelsorge der DBK, Frau PD Dr. Hildegund Keul

Kaiser-Friedrich-Str. 9, 53115 Bonn

Tel. 0228-2439-411; Fax 0228-7218817

Wer wird uns den Stein wegrollen?

10 Jahre Rollstein in Kloster Helfta

    Am 16. April 2001 erreichte ein großer Rollstein das Kloster Helfta. 10 Jahre sind seither vergangen und viele Gruppen haben mit dem Wort “Wer wird uns den Stein wegrollen?” ihren Erfahrungen nachgespürt und wie die Frauen am Ostermorgen neue Hoffnung geschöpft. Am Ostermontag 2001 waren Frauen aus 30 Orten der Bundesrepublik nach Helfta gekommen und feierten gemeinsam ein großes Fest. Lebendig berichteten Sie, was sie an ihrer Station in der Arbeit mit den Frauen mit dem Motto des Steins erlebt hatten. 6300 Kilometer quer durch Deutschland war damals der Stein gereist, zwischen Hamburg und Kempten, Aachen und Berlin. Er fand seinen Standort auf dem großen freien Platz vor der Klosterkirche, worüber sich die Schwestern von Helfta sehr freuten. Die Frage der Frauen auf dem Weg zum Grab Jesu am Ostermorgen lässt immer wieder Frauen unserer Tage die Steine anschauen, die den Weg, die Zukunft und damit das Leben verstellen. Dass sich immer wieder Osterwege eröffnen, wünschen wir allen, die am Stein auf dem Klosterplatz innehalten!

Rollstein auf dem Gelände des Klosters Helfta