Geschichte

des Klosters

Aufblühen

Im Jahr 1229 gründeten Graf Burchard von Mansfeld und seine Gemahlin, Elisabeth von Schwarzburg, nahe ihrer Burg in Mansfeld das Kloster St. Marien. Sieben Cistercienserinnen verließen das Kloster St. Jakob und Burchardi in Halberstadt und zogen in das neugegründete Cistercienserinnenkloster in Mansfeld ein. Nach mehrmaliger Verlegung fand am 3. Juni 1258 die feierliche Einweihung des Klosters in Helfta statt. In der Folgezeit erlebte das Ordenshaus unter der Leitung der Äbtissin Gertrud von Hakeborn seine Blütezeit. Der zahlenmäßig starke Konvent betrieb eine Klosterschule, erhielt reiche Schenkungen und wurde zur Wirkungsstätte der berühmten Mystikerinnnen Mechthild von Magdeburg, Mechthild von Hakeborn und Gertrud der Großen.

Niedergang

Nach mehreren Plünderungen im 13. und 14. wurde das Kloster 1343 erneut verlegt - vor die Stadtmauer von Eisleben. Doch auch hier waren die Nonnen nicht sicher und im Jahre 1525 flüchteten die letzten verbliebenen Nonnen während einer erneuten Verwüstung des Klosters. Im Jahr 1542 wird das Kloster schließlich im Rahmen der Säkularisierung ein letztes Mal urkundlich erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten wechselten die Besitzer, bevor das Gelände im Jahre 1945 in ein “Volkseigenes Gut” der DDR umgewandelt wird.

Ruine der Klosterkirche

Wiederaufbau

Ende des 20. Jahrhunderts schlossen sich Vereine für den Wiederaufbau des Klosters Helfta zusammen und konnten gemeinsam genug Spenden sammeln, um das Gelände zu kaufen. Im Frühjahr 1998 begonnen die Bauarbeiten am Kloster unter der Bauherrenschaft des Bistums Magdeburg. Am 13. August 1999 zogen nach mehr als 450 Jahren wieder Cistercienserinnen in Helfta ein.

Erste Schwestern in Helfta

Daten im Überblick

JAHR EREIGNIS
1229 Gründung des Klosters bei Mansfeld
1258 Verlegung des Klosters nach Helfta, östlich von Eisleben
1207-1282 Hl. Mechthild von Magdeburg, Mystikerin, bedeutende Schriften
1231-1291 Gertrud von Hackeborn, Äbtissin von 1251 bis 1291
1241-1299 Hl. Mechthild von Hackeborn, Schwester der Äbtissin, Mystikerin, Leiterin der Klosterschule
1256-1302 Hl. Gertrud von Helfta, Mystikerin, bedeutende Schriften
1342 Verwüstung des Klosters durch Albrecht von Braunschweig
1343 Verlegung des Klosters an die Stadtmauer von Eisleben
1483-1546 Martin Luther in Eisleben geboren und gestorben
1525 Verwüstung des Klosters Neu-Helfta im Bauernkrieg,
1542 Reformation in Eisleben, Säkularisierung des Klosters Helfta
Das Klostergut wurde preußische Staatsdomäne. Die DDR wandelt die
Staatsdomäne in ein “Volkseigenes Gut” mit Massentierhaltung um.
3. Juni 1992 Aus vier Förderkreisen entsteht der “Verband der Freunde des Klosters Helfta”.
8. Aug. 1994 Das Klosterareal mit Teilen historischer Bausubstanz werden wieder Kirchenbesitz.
Aus Spendenmitteln des Verbandes kauft das Bistum Magdeburg von der Treuhand das Klosterareal.
Bischof Leo Nowak übernimmt die Schirmherrschaft für den Wiederaufbau.
1. Sep. 1998 Offizieller Beginn für den Wiederaufbau des Klosters Helfta
21. März 1999 Richtfest der Abteikirche St. Maria

Blick auf Helfta von oben

Gertrudkapelle

Am 28. Juni 2008 fand durch Herrn Generalvikar Raimund Sternal die Benediction der neu errichteten Gertrudkapelle, nahe der Klosterkirche, statt. Damit erfüllte sich ein lang gehegter Wunsch des Initiativkreises in Durach um die Vorsitzenden Herrn Geistlichen Rat Josef Hochenauer und Frau Dr. Irene Rischawy, die sich in ideeller wie in finanzieller Hinsicht gerade für diese Kapelle engagiert haben.

Innenansicht der Gertrudkapelle

Drei alte Mauerteile - von einem 1988 gesprengten alten Klostergebäude - bestimmen den Raum und vermitteln ein Gefühl der Geborgenheit und Stille. Die Künstlerische Gestaltung lag bei Herrn Claudia Pastro, Sao Paulo, Brasilien. Die Gertrudkapelle lädt zum stillen Beten ein, ist aber auch für Gruppen und ihre Gottesdienste offen.