Montessori-Kinderhaus St. Marien

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Die Ärztin Maria Montessori eröffnete 1907 im römischen Stadtteil San Lorenzo ihr erstes Kinderhaus. Das war zur damaligen Zeit eine Revolution im pädagogischen Bereich. Genau 100 Jahre später konnte das Kloster am 11.09.2007 das erste Montessori-Kinderhaus im Landkreis Mansfeld Südharz in Kloster Helfta eröffnen. Maria Montessori, eine engagierte Medizinerin im Fachgebiet Psychiatrie, widmete sich in ihrer Forschungsarbeit geistig zurückgebliebenen Kindern. Mit Erstaunen stellte sie fest, dass sinnliche Erfahrungen wie das Ertasten von Formen und Buchstaben, das Begreifen und Lernen fördern. Die junge Ärztin war überzeugt, dass dieser Weg eine Alternative zum üblichen Einpauken sein könnte. In einem Problemviertel der Stadt Rom begann sie 1907 mit ihrer Arbeit. Heute ist Maria Montessoris pädagogisches Konzept weltweit bekannt. Das Montessori Kinderhaus St. Marien hat eine Kapazität von 58 Plätzen. Davon sind 5 Plätze reserviert für Entwicklungsverzögerte oder behinderte Kinder. Lehen ist immer Entwicklung. Entfaltung von Begabungen und Beziehungen in vielerlei Hinsicht. Kennzeichnend für ein Kind ist, dass es sich die Welt in agierender Weise begreift und stets Neues entdeckt, ohne dass ein Erwachsener es belehren muss. Die Pädagogin wird als Begleiterin und Animatorin gesehen. Die Umgebung des Kindes gilt es so zu gestalten, dass sie dass Kind zum Wahrnehmen und Handeln motiviert und zu eigenen Entscheidungen einlädt. Bei den “Übungen des täglichen Lebens” wie Schnürsenkel binden, die Jacke zuknöpfen oder das Getränk eingießen, den Tisch decken und anschließend auch spülen lernt das Kind wichtige Fähigkeiten und den sorgsamen Umgang mit den Dingen. So ist ein Kernsatz dieser Pädagogik “Hilf mir, es selbst zu tun!” Eine “gut gestaltete Umgebung” hat eine nicht zu unterschätzende Wirkung auf das Kind und die Erziehung. Sie beeinflusst den Geschmack und den Sinn für Ästhetik. Sie vermittelt dem Kind - unabhängig vom Alter - das Gefühl, willkommen zu sein. Der Montessori-Pädagogik geht es um ganzheitliche Bildung des Kindes, ihres Charakters und deren Persönlichkeit.

Unser Team im Montessori Kinderhaus “St. Marien”, besteht aus Sozialpädagogen, qualifizierten Heilpädagoginnen und Erzieherinnen (teilweise mit Montessori-Diplom). Das Kinderhaus ist für alle Kinder offen. Wir Mitarbeiterinnen verstehen uns als Helfer und Begleiter auf dem Weg des Kindes ins Leben.

Adresse

Unterrißdorfer Str. 58

06295 Lutherstadt Eisleben

Rechtsträger:

Kloster Helfta gemeinnützige Betriebsgesellschaft mbH

Schwester Klara Maria Hellmuth

Lindenstraße 36

06295 Lutherstadt Eisleben

Kontakt:

Leiterin: Gabriele Matz

Tel 03475/667 640

kinderhaus@kloster-helfta.de

Erntedank – Alles um den Kürbis

In diesem Jahr säten die Kinder vom Kinderhaus essbare Kürbiskerne aus. Sie beobachteten das Wachsen und Werden. Die jungen Pflanzen wurden mit großem Eifer im Klostergarten ausgepflanzt. Hierbei wurden wir von der GSG und Frau Köppel intensiv unterstützt. Es wuchsen sehr viele und vor allem große Kürbisse heran. Beim Ernten halfen alle kleinen und großen Hände. Nun ging es an die verschiedenen Arten der Zubereitung. Gemeinsam mit den Pädagogen wurden Kürbismarmeladen, Kürbiskuchen und mit Hilfe der Klosterhotelküche auch Kürbissuppe gekocht. Zur Erntedanksegensfeier versammelten sich die Kinder vom Montessori Kinderhaus, vom evangelischen und katholischen Kindergarten in Eisleben am Altar der Klosterkirche. Sie sangen und dankten für die reiche Ernte. Im Anschluss ging es bei herrlichem Sonnenschein zum Basteln auf den Klosterhof. Alles drehte sich rund um den Kürbis. Die Kinder konnten gemeinsam mit ihren Familien Deckchen bedrucken und Kürbisfiguren schmücken oder bemalen. Kastanien wurden mit etwas Stoff zu kleinen Kunstwerken. Wie reich die Schöpfung ist, zeigte sich auch beim kleben und gestalten mit kostenlosen Beiwerk aus der Natur. Im Anschluss stärkten sich alle mit Kürbissuppe, Kürbiskuchen und Apfelsaft. Die selbst gekochte Kürbismarmelade fand viele Abnehmer. Wir sind dankbar und helfen. In diesem Bewusstsein spendeten wir den Erlös der verkauften Marmeladen zugunsten eines Friedensprojektes nach Nikaragua. Dank allen Spendern.

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MEINE ERSTEN ERFAHRUNGEN IM KINDERHAUS

Der Beginn meines Praktikums liegt in der Faschingszeit. In diesem Jahr hat sich die blaue Gruppe, zu der ich mich zählen darf, mit dem Thema Arktis und Antarktis beschäftigt. Da begegnet man natürlich den Pinguinen. Eines der Kinder hat sich das Aussehen dieser interessanten Vögel genau gemerkt und sagte zu mir: “Du siehst aus wie ein Pinguin, aber der Bauch müsste noch weiß sein und die Arme schwarz.” Eine gute Beobachtungsgabe und Zeichen einer kognitiven Entwicklung, einen solchen Vergleich anzustellen. Von der Fantasie und dem Einfallsreichtum der Kinder bin ich immer wieder beeindruckt und fasziniert. So auch von einem dreijährigen Mädchen, das eine Biene gemalt hat. Sie hat das Summen der Biene mit zwei angehängten Spiralen gezeichnet, was soviel wie “summ, summ” bedeutet.

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Die Kinder haben mich angenommen und akzeptiert als Erzieherin, aber testen das natürlich am Anfang noch besonders aus. Das ist für mich eine besondere Herausforderung, der ich mich stellen muss, aber ich habe dieser Hinsicht auch jeden Tag ein Erfolgserlebnis zu verzeichnen. Das Angenommensein drückte ein dreijähriger Junge mit den Worten “du bist meine Freundin” aus. Ich freue mich jeden Tag wieder, ins Kinderhaus gehen zu dürfen und bin gespannt, was mich dort alles noch erwarten wird.

Sr. M. Gertrud (Februar 2014)