Seifen aus Helfta

Seit 2016 werden im Kloster Helfta Seifen hergestellt. Inspiriert von einem Aufenthalt im norwegischen Trappistinnenkloster Tautra wurde zunächst mit den verschiedenen Techniken Seifengießen, Kaltrührverfahren und Warmsieden experimentiert. Die entstandenen Seifen wurden zum Teil für den Eigenbedarf verwendet und auf ihre Qualität überprüft und zunehmend verschenkt, um zu sehen, ob sie auch anderen Menschen zusagen. Die Resonanz war überwältigend groß. So ging man daran alle gesetzlichen und behördlichen Hindernisse zu überwinden, um die Seifen ganz regulär verkaufen zu dürfen und sie so einem großen Publikum zugänglich zu machen. Mit dem Osterfest 2019 begann der Verkauf.

Seifenherstellung

Während man beim Seifengießen eine bereits fertige Seifenmasse einschmilzt und sie mit verschiedenen Zusätzen verfeinert, bezeichnet das Seifensieden die Herstellung der Seifen von Grund auf aus den einzelnen Rohstoffen. Dabei kommt es durch das Zusammenführen von Lauge und Fetten zum chemischen Prozess der Verseifung. Diese Reaktion läuft je nach Temperatur und Konzentration unterschiedlich schnell ab und kann sich über Wochen oder Monate hinziehen. Aus Gründen der Sicherheit und der Hautpflege wird dabei immer etwas weniger Lauge verwendet, als zur Verseifung der gesamten Fettmenge notwendig wäre. Dieser sogenannte Laugenunterschuss verleiht der fertigen Seife rückfettende Eigenschaften, die die Haut beim Waschen nicht austrocknen lassen.

Laugenunterschuss und Überfettung

Häufig wird statt Laugenunterschuss von Überfettung gesprochen. Die beiden Begriffe bezeichnen zwar nicht exakt das Gleiche, aber es gilt: je höher der Überfettungsgrad bzw. der Laugenunterschuss bei sonst gleicher Zusammensetzung ist, desto stärker rückfettend ist die Seife. Üblicherweise wird für eine Haarseife eine geringere Überfettung gewählt, als für eine Handseife und diese ist wiederum geringer überfettet, als eine Duschseife. Eine Rolle hierbei spielen auch die Art der verwendeten Fette und die Frage des Salzgehaltes. Eine reine Kokosölseife sollte man zum Beispiel stark überfetten, damit sie nicht austrocknend wirkt.

Kaltrührverfahren und Warmsieden

Im deutschsprachigen Raum ist das Kaltrührverfahren bei der Seifenherstellung klar dominierend. Die Lauge wird erst zu den Fetten gegeben, nachdem sie abgekühlt ist und der Seifenleim wird bei geringer Temperatur (30°-40° Grad Celsius) gefärbt und beduftet. Noch im sogenannten Creme-Suppen-Stadium wird der Seifenleim in die Form gegeben. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt in der leichteren Realisierung besonderer Farbverläufe und Muster. Kalt gerührte Seifen sind meist glatter in ihrer Struktur und lassen sich leicht auch in besonders filigrane Formen gießen. Ein Nachteil des Kaltrührverfahrens ist die notwendige Geduld. Der Verseifungsprozess läuft bei den geringen Temperaturen nur sehr langsam ab und die Seifen können in der Regel erst nach einigen Wochen verwendet werden. Dies bietet andererseits die Möglichkeit die Gelphase zu umgehen, falls dies zum Beispiel wegen der Farbe erwünscht ist.

Beim Warmsieden findet die Reaktion von Fetten und Laugen bei ca. 60°-80° Grad Celsius statt. Durch die höhere Temperatur läuft die Verseifung schneller ab und binnen 1-2 Stunden ist der Seifenleim vom Creme-Suppen-Stadium über die Gelphase bis zum Kartoffelbrei-Stadium gereift. Erst wenn die Verseifung abgeschlossen ist, werden Duft, Farbe und andere Zusätze hinzugefügt. Dadurch umgeht man das Risiko, dass sich der Duft während der Verseifungsphase verändert bzw. sich das Duftöl im chemischen Prozess verfärbt. Wird das Überfettungsöl erst nach der Verseifung hinzugefügt, so kann es gezielt seine gewünschte Wirkung entfalten, während man im Kaltrührverfahren nicht sagen kann wie viel von welchem Öl am Ende nicht verseift sein wird. Allerdings ist die Masse beim Einfüllen in die Form schon etwas zäh in ihrer Konsistenz. Schöne Swirls und filigrane Seifenformen sind damit nur schwer zu realisieren und Sole-Seifen sind im Warmverfahren nicht machbar. Warm gesiedete Seifen sollten im Idealfall etwas Zeit zum Trocknen bekommen, können aber davon abgesehen sofort verwendet werden.

Die derzeit vom Kloster Helfta verkauften Seifen werden warm gesiedet.

Seifenarten

Handseife, Putzseife, Duschseife, Tierseife, Naturseife, Kernseife… zu so ziemlich jedem Einsatzzweck findet man mittlerweile im Internet die passende Seife. Die Klostermanufaktur hat zwei Hand-, zwei Haar-, eine Natur- und eine Duschseife im Angebot. Aber was unterscheidet die einzelnen Seifenarten?

Leimseife und Kernseife

Bei der industriellen Seifenherstellung wird das im Verseifungsprozess entstehende feuchtigkeitsspendende Glycerin von der Seife abgetrennt und anderweitig vermarktet. Diese glycerinlosen Seifen sind per Definition Kernseifen. Sie werden dann meist noch mit Zusätzen versehen, um sie von dem zu unterscheiden, was man landläufig unter Kernseife versteht. Handgesiedete Seifen enthalten dagegen das gesamte entstandene Glycerin. Die so entstandenen Seifen sind grundsätzlich etwas weicher als industriell gefertigte Seifen und im Unterschied zu den Kernseifen Leimseifen genannt. Damit handgesiedete Seifen möglichst ergiebig sind, sollten sie zwischen den Waschvorgängen so gelagert werden, dass sie gut trocknen können. Sonst weichen sie schneller als Industrieseifen auf und verbrauchen sich schneller.

Handseife

Handseife entspricht dem klassischen Seifenstück, das man von früher kennt. Die Überfettung liegt bei den Handseifen aus Helfta zwischen 8 % und 11 %. Die Handseife eignet sich zum gewöhnlichen Händewaschen, ist aber je nach Hauttyp auch zur Reinigung anderer Körperregionen geeignet.

Haarseife

Eine kluge Alternative zu herkömmlichem Shampoo stellen die sogenannten Haarseifen dar. Sie pflegen Haare und Kopfhaut, lassen sich bei Flugreisen problemlos im Handgepäck transportieren und sparen Plastikmüll ein, da sie - wie all unsere Seifen - in eine umweltschonende Pappschachtel aus Recyclingkarton gepackt sind. Bei der Herstellung von Haarseife wird in der Regel eine geringere Überfettung gewählt. Sie liegt bei den Haarseifen aus Helfta zwischen 4 % und 6 %. Desweiteren werden prozentual mehr schaumbildende Fette (Kokosöl oder Babassuöl) verwendet, um einen üppigen Schaum zum Haarewaschen zu bekommen.

Duschseife

In unserem privaten Praxistest besser abgeschnitten als jedes Duschgel hat unsere Duschseife. Sie trocknet die Haut dank reichhaltiger Überfettung (über 16 %) nicht aus und macht die Haut so geschmeidig, dass bei den meisten Hauttypen ein Eincremen nach dem Duschen nicht mehr nötig ist. Auch hier kann man wieder viel Plastik einsparen und sollte darauf achten, dass die Seife nach dem Duschen nicht im Nassen liegen bleibt.

Naturseife

Seife pur ohne Zusätze bekommen Sie mit unserer Naturseife. Kein zugesetzter Duft, keine Farbstoffe. Damit ist sie ideal für Allergiker und empfindliche (Gesichts)-Haut. Die Überfettung von 13 % macht sie vielseitig einsetzbar.

Seifen-Sortiment der Klostermanufaktur

Derzeit werden in der Klostermanufaktur von den Schwestern die beiden Handseifen Elisabeth und Teresa, die beiden Haarseifen Benedikt und Dorothea, die Duschseife Gertrud sowie die Naturseife Mechthild hergestellt. Wenn Sie Wünsche bezüglich kommender Seifensorten und -namen haben, dürfen Sie uns Ihre Vorschläge gerne per Mail mitteilen.

Elisabeth

Hafermilch-Rosen-Seife Elisabeth: der Duft-Klassiker unter unseren Seifen. Diese wohlriechende Seife auf Olivenöl-Basis schäumt dank der verwendeten Hafermilch herrlich cremig. Überfettet ist sie mit edlem Aprikosenkernöl.

Inhaltsstoffe: Olivenöl, Wasser, Kokosöl, Natriumhydroxid, Babassuöl, Aprikosen­kern­öl, Sheabutter, Hafermilch, Rizinusöl, Parfüm, Farbpigmente.

Teresa

Schoko-Bananen-Seife Teresa: ein Highlight für alle, die Süßes lieben. Diese vollständig natürlich gefärbte Seife verdankt ihre besondere Hautpflege und ihr einzigartiges Waschgefühl einer pürierter Banane und der Verfeinerung mit Kokosmilch. Sie duftet sanft nach Schokolade.

Inhaltsstoffe: Wasser, Kokosöl, Babassuöl, Mandelöl, Reiskeimöl, Natriumhydroxid, Sheabutter, Kokosmilch, Banane, Parfüm.

Benedikt

Brennnessel-Lindenblüten-Haarseife Benedikt: gesiedet wird diese ausgesprochen beliebte Haarseife mit Brennnesseltee, für den die Brennnesseln in unserem Klosterpark geerntet werden. Die Kombination aus krautigem Lindenblütenduft und haar­pflegendem Avocadoöl macht Benedikt zu einem perfekten Shampoo-Ersatz.

Inhaltsstoffe: Kokosöl, Brennnesseltee, Avocadoöl, Olivenöl, Natri­um­­hydro­xid, Rizinusöl, Mandelöl, Parfüm, Farbpigmente.

Dorothea

Kokos-Traum-Schaum-Haarseife Dorothea: eine herrlich schäumende Haarseife auf Kokosöl-Basis mit süßem Kokos-Duft. Damit wird das Haarewaschen zu einem tropischen Vergnügen. Dezent überfettet mit Aprikosenkernöl zur Pflege der Kopfhaut.

Inhaltsstoffe: Kokosöl, Wasser, Avocadoöl, Olivenöl, Na­tri­umhydro­xid, Rizinusöl, Aprikosenkernöl, Parfüm, Farbpigmente.

Gertrud

Mandelmilch-Pfirsich-Seife Gertrud: die bei den Schwestern beliebteste Seife. Gertrud ist der pure Luxus für Ihre Haut und perfekt zum Duschen. Sie ist großzügig mit Mandelöl überfettet und hinterlässt ein sanft einge­crem­tes Gefühl auf der Haut. Der wohltuende Duft nach Pfirsich und die cremige Mandelmilch runden das Erlebnis bester Hautpflege ab.

Inhaltsstoffe: Babassuöl, Sheabutter, Wasser, Mandelöl, Aprikosen­kernöl, Natriumhydroxid, Mandelmilch, Rizinusöl, Meersalz, Parfüm, Farbpigmente.

Mechthild

Shea-Apricot-Naturseife Mechthild: eine Seife ohne Schnick-Schnack. Einfach beste Öle und frische Gurke für die sanfte Reinigung empfindlicher (Gesichts-) Haut. Mechthild ist unsere Pflege-Expertin für alle, die es natürlich mögen.

Inhaltsstoffe: Wasser, Sheabutter, Aprikosenkernöl, Babassuöl, Reiskeimöl, Natriumhydroxid, Gurke.

Wo kann man die Seife aus dem Kloster Helfta kaufen?

Die Seifen aus der Klostermanufaktur Helfta können im Klosterladen Helfta, bei Landseifen in Halle, auf der Huysburg, im Klosterladen Bochum-Stiepel, im Klosterladen Fulda und in Kürze im Online-Klosterladen und dem Klosterladen der Abtei Marienstern gekauft werden.

Wir wünschen allen Kunden viel Freude an unseren Produkten!

Fragen, Anregungen, Kritik und Lob rund um die Seifen aus Helfta bitte per Mail an die Klostermanufaktur.